Segelsommer:
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2010
2011
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Meine homepage
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4. Mai 2010
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Diese homepage soll während meines Segeltörns eine Art Logbuch für meine Freunde sein. Über Besuche in Internet Cafes
oder über WLAN und Laptop möchte ich das Logbuch aktuell gestalten.
Zu erreichen bin ich über meine mail-Adresse atzeyacht@web.de
Die Bilder kann man durch Anklicken vergrößern!
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Vorfreude!
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5. Mai 2010
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Das Schiff steht beim Bootsbauer Weißbach in Burg Staaken vor der Halle, er wird die Plicht “verteakholzen“. Zu Hause auf dem Balkon habe ich die Pinne lackiert. Ende Mai soll die ATZE schwimmen. Ich will dann durch den Lille Belt in die Aarhus Bugt – das wollte ich auch in den letzten beiden Jahren, aber immer hielt mich Starkwind in Marstal fest. Zur Ferienzeit will ich dann auf Fehmarn sein, hoffe auf Mitsegeln der Enkelkinder. Und dann? Mit Irmi oder einhand Seeland rund, Kopenhagen, Schweden und auf jeden Fall Wismar und Flensburg – aber der Chef ist das Wetter! |
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Es läuft noch nicht rund ...
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3. Juni 2010
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Nun haben wir schon Juni, aber es ist immer noch kühl, in den Nächten kalt! Auch der Bootsbauer kommt wegen der Regenfälle nicht voran – will aber zum Wochenende die Arbeit erledigt haben. Und selbst in Trelleborg regnet es, man sieht es auf dem Bild!
Und dann habe ich einen Seglerwitz aufgeschnappt: Da gehen zwei Segler an einer Kneipe vorbei ... |
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Endlich an Bord! |
12. Juni 2010
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Am 9. Juni bin ich endlich in Burg Staaken, klettere auf die aufgebockte ATZE und freue mich über verteakholzte Plicht. Und ich mache einen Krantermin für den nächsten Tag. Abends sitze ich in der Plicht und schaue von hoch droben über den Hafen. Es ist lau – Vorfreude kommt auf. Und es kommen Gedanken an die Anreise. Was hätte alles passieren können, als sich kurz nach Bremen der linke Vorderreifen zerlegte ... |
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Start in den Segelsommer |
20. Juni 2010
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Am Donnerstag, dem 10. Juni wird gekrant. Ohne Probleme geht die ATZE ins Wasser, wird der Mast gestellt. Und dann, wie jedes Jahr, die spannende Frage – springt der Motor an? Der Yanmar braucht ein paar Versuche, ein paar Pausen – und dann ist er da! Erstaunlich auch, dass die Batterie, schon etliche Jahre alt, ihren Dienst so klaglos versieht. In den folgenden Tagen räume ich ein, mache das Schiff segelfertig. Das Wetter ist unwirtlich, es ist kalt, abends läuft der Heizlüfter. Zur Erinnerung: Wir haben Juni!
Der Montag fängt gut an: Früh morgens, auf dem Weg zum Bäcker, finde ich im Gebüsch einen schnarchenden Betrunkenen! Die herbei gerufene Polizei nimmt sich seiner an – man kennt sich. Na ja, am Vortag hat Deutschland 4:0 gegen Australien gewonnen. Das 3. und 4. Tor war wohl zu viel für ihn.
Nach einer Woche sind wir auslaufbereit - Diesel, Wasser, Gas, Getränke sind gebunkert. Bei herrlichem Sonnenschein, aber fast ohne Wind, geht es nach Orth. Hier ist ein Treffen mit den Segelfreunden Rebecca und Hans verabredet. Wir verleben fröhliche Stunden. Aber auch in Orth ist es kalt! Mein Verhältnis zum Heizlüfter vertieft sich. Ich muß an die Schlusszeile eines Gedichts aus dem Chinesischen denken: ... mich wunderts, dass ich so fröhlich bin. |
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Lübecker Bucht, Wismar |
4. Juli 2010
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Der Wind weht sich auf NW ein – damit ist Bagenkop, eben Dänemark, erst ein Mal kein Ding. Ich starte in Orth bei Regen, segele nach Heiligenhafen – unterwegs fängt der Sommer an! Es folgen sonnige Tage - aber der Wind kommt weiter aus NW. Nach Dänemark wäre es gegenan, und das muß ich nicht haben. Auf in die Lübecker Bucht! Bei leichten Winden geht es über Großenbrode, Grömitz, Timmendorf auf Poel ins geliebte Wismar. Hier binde ich am Brunkow Kai an, leide unter dem Krach der Schrottverladung, trinke mit dem Hafenmeister Kapitän Zamzow Kaffe, wandere durch die Stadt, besuche die Ausstellung im Baumhaus, radele um den Mühlenteich und sitze staunend in den gewaltigen Kirchen, treffe Freunde, freue mich über das tolle Sommerwetter und bin richtig gut drauf!
Und Vorfreude: Bald kommen Tochter Frauke, Leonie und Finja! |
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Frauke, Finja und Leonie |
17. Juli 2010
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Die Mainzer kommen! Das sind Tochter Frauke und die Zwillinge Leonie und Finja. Also zurück nach Fehmarn. Mit einem ganz dünnen Süd schlendere ich von Wismar nach Timmendorf. Aber von Timmendorf nach Burg Staaken – das sind 32 nm. Und kein Wind! Da bleiben nur sieben lange Motorstunden ...
Am Mittwoch, dem 7. Juli schlagen meine Mitsegler nach einer langen Autofahrt in Burg Staaken auf – und das tolle Sommerwetter bleibt! Gleich am nächsten Tag segeln wir nach Großenbrode, machen bei der Klemenswerft fest. Die Girlies baden vom nahen Strand, schippern mit dem Schlauchboot im Hafen, schleckern Eis – und dazu immer Sonne. Dann eine Nacht vor Anker im Binnentief. Da geht einiges schief, wir stranden, müssen abgeborgen werden. Ein echtes Abenteuer! Weiter nach Heiligenhafen, leider unter Motor, und dann mit richtigem Segelwind zurück nach Burg Staaken. Und schon kommt das Abschiednehmen – für alle gehen unvergessliche Tage zu Ende. Die Zwillies waren ganz tolle Crew-Mitglieder! |
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Fehmarn Rund |
25. Juli 2010
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Tochter und Enkelkinder sind abgereist, Irmi ist noch nicht da! Also einmal einhand gegen die Uhr rund um Fehmarn mit Stopps in Rödbyhavn und Heiligenhafen.
Nach dem Abbinden in Burg Staaken schiebt mich ein schlapper West durch den Fehmarn Sund nach Osten. Höhe LT Staberhuk gehe ich auf Nordkurs, genau 0/360°. Herrliches Segeln, der Wind hat zugelegt, die ATZE stürmt dahin – langsam dreht der Wind auf NW, kommt aus Rödbyhavn! Ich muß einige Schläge machen, eben aufkreuzen. Vor der Hafeneinfahrt habe ich es mit drei Fährschiffen zu tun, doch ich überlebe. Der Hafen ist, vorsichtig gesagt, dänisch unordentlich. Auch die Stadt macht einen traurigen Eindruck, jedes dritte Haus scheint leer, steht zum Verkauf. Der Hafenmeister kommt mit einem Gabelstapler zum Kassieren, aber das Liegegeld ist normal, eigentlich für die verkommene Anlage zu hoch.
Auch beim Törn nach Heiligenhafen muss ich gegenan, zeitweise ist der Wind eingeschlafen, also motoren. Ja, und auf dem letzten Teilstück von Heiligenhafen nach Fehmarn kämpfe ich wieder gegen den Wind, der jetzt aus Ost kommt.
Fazit: Es gab in den Tagen viel Sonne, kaum eine Wolke, aber der Wind ... |
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Unterwegs mit Irmi |
1. August 2010
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Irmi schlägt in Burg Staaken auf – und auch der Starkwind! Zwei Tage hängen wir fest, dann binden wir ab, Ziel ist Gedser auf Falster. Es beginnt mit halbem Wind, so 3…4, traumhaft. Aber der Wind wird immer dünner – die zweite Hälfte müssen wir motoren, ätzend. Ein Motorsegler mit zwei Berlinern liegt in Gedser neben uns. Wir tratschen. Ich erzähle, dass ich im letzten Jahr wohl auf dem gleichen Platz gelegen habe, auch damals neben einem Berliner Segler. Und beim Ablegen damals haben wir festgestellt, dass wir als Jugendliche in Berlin ganz dicht beieinander gewohnt haben. Ich in der Fritsche Str. – er in der Windscheid Str. Da sagt der größere der Motorsegler-Leute: “Ich wohne auch in der Windscheid Str ...“
Dann durch den immer wieder reizvollen Guldborgsund. Bis Nyköbing fast nur motoren, dann nach Gulborg bei NW tolles segeln! Irmi an der Pinne steuert die ATZE sauber hoch am Wind, halben und achterlichen Wind bis vor den Hafen. Wir finden einen Platz am Längssteg. 16 Meilen, das sind so 30 km, mit zwei Schnapsgas Diesel – eins beim Ablegen, eins beim Anlegen! |
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Ja, ja, der Wind ... |
12. August 2010
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In Guldborg hängen wir zwei Tage fest – es kachelt. Der öde Ort ist für Hafentage echt ungeeignet. Aber dann gehen wir durch die Brücke, wollen zur Insel Fejö – der Feigeninsel. Und es wird ein toller Ritt! Bei SSW 4 ... 5 stürmt die ATZE nur so dahin. Der kleine Hafen der Insel ist knüppeldicke voll, aber irgendwie finden wir zwischen zwei dänischen Booten noch einen Platz. Wir erradeln die Insel. Auffällig ist die Freundlichkeit der Leute, alle Autofahrer grüßen uns Radler. Und vor vielen Häusern ist “Loppemarket“ – Loppe heißt Floh, also Krempel steht zum Verkauf. Irmi erwirbt zwei Sherrygläser – jetzt gibt es nach jedem Anlegen einen Anlegecherry. Nicht schlecht!
Weiter nach Kragenäs, von dort raus aus dem Smaland Fahrwasser. Wir laufen zwischen den Tonnen gegen einen harten NW, gegen Strömung und Welle, kommen mit unserem alten Yanmar unendlich langsam vorran. Als das Fahrwasser breiter wird, ziehen wir die Segel hoch, kreuzen. Dann Kurs West – tolles Segeln, Wind vorlicher als halb. Aber dann schläft er ein – noch 10 nm motoren bis Spodsbjerg! Weiter nach Bagenkop, dazu müssen wir die Südspitze Langelands umrunden. Der Wind kommt jetzt aus Süd! Also eine lange Kreuz. Als wir uns der Südspitze Langeland nähern und auf Westkurs gehen, hat der Wind auf West gedreht – entnervt motoren wir. Und als wir dann auf Nordkurs Richtung Hafen laufen und wenigstens das letzte Stück entspannt segeln wollen, ist es windstill. Von Bagenkop nach Orth auf Fehmarn ein dünner werdender SW – nach 20 Meilen segeln noch 10 Meilen unter Motor… |
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Grüße aus Marstal |
24. August 2010
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In Heiligenhafen treffen wir uns mit Freunden aus der Rhön, machen mit ihnen einen Segeltörn, bei tollem Wind, ehrlich! Und dann auf Fehmarn mustert Irmi ab, ihre drei Wochen Urlaub sind vorüber. Trotz des nicht sehr segelfreundlichen Wetters hatten wir viel Spaß, erlebnisreiche Tage.
Ich bin wieder einhand unterwegs, segele nach Bagenkop. Bis zum Kiel-Ostsee-Weg herrliches Segeln, ein SW um 4…5. Zwischen 11 und 12 Uhr zeigt die Logge 6,8 Meilen! Aber dann, wie so oft in diesem Jahr, verabschiedete sich der Wind, lässt uns in einer groben Welle zurück – die letzten 12 Meilen muß der Yanmar ran. Von Bagenkop ein heißer Ritt mit nassem Hosenboden nach Marstal. Hier liege ich seit gestern am letzten Steg. Es kachelt mit 5…6, in Boen bis 9 bfd. Im Hafen steht starker Schwell, die ATZE ruckt in den Leinen, tanzt und taumelt – auch für die nächsten drei Tage ist Starkwind angesagt! Seit es die Probleme um Kachelmann gibt ... |
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Dänische Südsee |
4. September 2010
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Von Marstal mache ich mit dem Bus eine Rundfahrt über die Insel Ärö, steige in Söby und in Ärosköbing aus. Zurück auf dem Schiff stelle ich mit Schrecken fest, dass mir offensichtlich auf der letzten Teilstrecke mein Brillenetui aus der Tasche gerutscht ist! Ich mit dem Klapprad ins Busdepot – der letzte Mann war grad beim Abschließen. Aber er drehte den Schlüssel noch einmal zurück. Wir finden meinen Bus – aber kein Brillenetui. Mein Retter: “Ich rufe den Driver an!“ Und der hatte dann mein Nasenfahrrad im Büro hinterlegt ... Das klappt offensichtlich bei den Verkehrsbetrieben auf Ärö. Vor 20 Jahren, damals war ich mit Frauke unterwegs, hatte ich meine Geldbörse im Bus liegen gelassen und konnte sie beim Fahrer abholen.
Von Marstal zur Insel Strynö. Aber verärgert schnell weiter – man hatte die Hafengebühren fast verdoppelt! Weiter nach Lundeborg, es ist ein entspanntes Segeln. Aber kurz vor dem Hafen, ich kann schon die Masten zählen, entlädt sich eine Regenwand. Es gießt, und ein Bö kränkt die ATZE bis zur Fußleiste, ich kann nur die Schoten loswerfen! In Lundeborg freue ich mich mit der Hafenmeisterin Dorthe Clausen über unser Wiedersehen – sie hatte mir vor Jahren, ich hatte eine Infektion im Fuß, sehr geholfen. Dann weiter in das lebendige Svendborg und später eine traumhafte Ankernacht in der Trönse Bugt. Weiter die 25 Meilen bis Faaborg – hier beginnt der Regen erst in der Hafeneinfahrt ... |
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Endlich tolles Segeln! |
12. September 2010
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Aber Faaborg entschädigt für die nasse Hose beim Anlegen. Eine lebendige Stadt, lange Wanderungen mit der Kamera, Radtouren. Und ALDI gibt es auch! Dann nach Fynshav auf Alsen, herrlich! Ein leichter SO schiebt die ATZE über das glatte Wasser. Fynshav ist öde, also weiter, weiter Richtung Flensburg. In Gelting will ich einen Zwischenstop für eine Nacht einlegen.
Am nächsten Tag dann immer noch SO, so um 4 bft, traumhaftes Segeln entlang der Ostküste Alsens. Höhe Leuchtturm GAMMEL PÖL den Kurs auf 250° ändern, hinein in die Geltinger Bucht. Jetzt kommt der Wind achterlicher und wird dünner. Ich rolle die schlagende Genua ein. Weit voraus sehe ich den Leuchtturm KALKGRUND als Ansteuerungspunkt. Glückhaft, der Wind dreht etwas zurück und legt zu. Nur unter Groß stürmt die ATZE dahin. Gelting? Nix, durch bis Flensburg! Nach 8 Stunden und 39 nm machen wie im Flensburger Stadhafen fest – es war ein Traumtörn!!!
Ich bekomme Besuch von Freunden. Auch Wolfgang und Harro kommen an Bord – wir haben vor über 50 Jahren in der FTB-Mannschaft gemeinsam Hockey gespielt! Hockeyfreundschaften sind dauerhaft. |
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Immer noch Flensburg |
18. September 2010
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Immer wieder kreisen meine Gedanken um den Motor. Bei den in diesem Jahr ungewöhnlich vielen Meilen unter Motor zeigt sich, dass der 30 Jahre alte Einzylinder stark an Leistung verloren hat, unheimlich laut ist und “bläut“. Diese blauen Auspuffgase deuten auf den Verschleiß der Kolbenringe hin. Ein Motorenaustausch ist mittelfristig unumgänglich.
Von mehreren Segelfreunden wurde die Motoren-Werkstatt Thiesen hier in Flensburg gelobt. Ein Gespräch an Bord, ein gutes Angebot, ein Handschlag ... Und dann kommt Harald - unglaublich, wie er im Alleingang in 4 Stunden den alten Motor ausbaut und den neuen Yanmar, einen Zweizylinder mit 15 PS, in den Motorraum hievt! Und dann geht es Schlag auf Schlag – es gibt Probleme, aber Harald hat alles im Griff. Die Werft-Probefahrt – alles bestens!
Und dann, ich glaub es nicht, entdecke ich im Supermarkt Christstollen! Jetzt will ich aber nach Fehmarn, ins Winterlager. Doch die Wetterberichte - viel Wind in den nächsten Tagen! Und nach Fehmarn sind es so 90 Meilen ... |
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Rolling home! |
27. September 2010
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Nach Starkwindtagen im öden Hafen SONWIK endlich etwas Wetterberuhigung, Aufbruch. Und der Törn beginnt mit Dünnwind – da lasse ich den neuen Motor ackern. Obwohl der Propeller nicht optimal ist und im Winterlager gewechselt werden muss, komme ich gut voran. Vor Glücksburg ein Katsegler: “Skipper, ist doch toller Wind, warum motorst du?“ Ich antworte, dass ich mit neuem Motor eine Testfahrt mache. Ober er mir glaubt? Aber dann segele ich durch die traumhaft schöne Förde. Doch die Sonne verschwindet, der Himmel wird dunkelgrau – und vor dem Hafen von Hörup erwischt es mich: Es gießt, es stürmt, und eine saugrobe Welle baut sich auf. Weltuntergang? So 20 min halte ich die ATZE mit dem Bug in den Wind, dann lässt der Spuk nach. Ich kann in den Hafen einlaufen und locker am Längststeg festmachen. In Höruphav ein Tag Pause. Es regnet und stürmt, es ist kalt – richtig ungemütlich. Ich mache eine Busfahrt über Kegnäs, für etwa 2,50 € 1½ Stunden Dänemark pur. Und ich habe nichts im Bus liegen gelassen!
Am nächsten Tag ein toller Törn mit achterlichem Wind nach Bagenkop – 37 Meilen in 6½ Stunden! Rauschefahrt! Dort ein Tag verschnaufen. Mit einem hafeneigenen Rad eine lange Tour, in Humble einen echten dänischen Hotdog gegessen, so mit Hose vollkleckern. Und dann nach Old Germany, nach Heiligenhafen. Seit Wochen weht der Wind erstmals aus Südost – also genau von vorn! Wieder ein Test für den neuen Motor. Ohne Probleme schaffen wir die 35 Meilen! Von Holyhabour nach Fehmarn entspanntes Segeln, extra mit kleiner Segelfläche – der Segelsommer soll nicht so schnell vorbei sein. Aber es lässt sich nicht verhindern - in Staaken angebunden. Das war´s! |
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