Segelsommer:
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Meine homepage
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15. April 2009
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Diese homepage soll während meines Segeltörns eine Art Logbuch für meine Freunde sein. Über Besuche in Internet Cafes
oder über WLAN und Laptop möchte ich das Logbuch aktuell gestalten.
Zu erreichen bin ich über meine mail-Adresse atzeyacht@web.de
Die Bilder kann man durch Anklicken vergrößern!
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Ende Mai...
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16. Mai 2009
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Noch steht die ATZE im Schuppen, noch hängt der Skipper in Delmenhorst. Aber die Planung läuft – Taschen stehen gepackt im Flur, ein neuer GPS ist angeschafft, der Ersatz für einen Relingfuß liegt bereit. So um Himmelfahrt will ich kranen.
Und dann? Wie im letzten Jahr, da hatte viel Wind meine Pläne verhindert, will ich durch den Kleinen Belt in die Arhusbugt. Dann langsam nach Old Germany zurück, Tochter Frauke und die Zwillinge wollen eine Woche mitsegeln. Mit Irmi vielleicht Seeland rund, wieder mal Kopenhagen. Und im September in die Lübecker Bucht, natürlich nach Wismar. Aber der Leitsatz steht fest: Der Chef ist das Wetter! Für alle Segler hoffe ich auf einen Sommer mit moderaten Winden, sonnigen Perioden – einfach einen tollen Segelsommer 2009!
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Burg Staaken auf Fehmarn am 27. Mai
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27. Mai 2009
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Heut kachelt es mit 7…8 bft aus NW. Zweimal musste ich nachts raus und zusätzliche Leinen legen. Aber sonst lief hier auf Fehmarn alles optimal! In der Pension "Zur Sonne" fand ich einen prima Unterschlupf. Unterwasserschiff, Rumpf und Mast wurden zum Kranen vorbereitet – am Sonnabend, dem 23. Mai ging die ATZE problemlos ins Wasser. Der Diesel stellte sich etwas bockig an, machte dann aber gut mit. Inzwischen sind die Segel angeschlagen, das geputzte Schiff glänzt, fast alle Klamotten sind eingeräumt – Zeit zum Verschnaufen.
In der Halle habe ich wie im letzten Jahr Nina und John aus Norfolk getroffen, auch sie machten ihr Schiff, die EMMA, für den Törn bereit. Wir unterhielten uns in einer Art englisch. John meinte, er könne auch etwas deutsch: "Bitte, danke, ein Bier." Da rief Nina: "Zwei Bier!!!"
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Endlich in Dänemark!
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11. Juni 2009
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Von Fehmarn ein lockerer Törn nach Heiligenhafen, dort Motorinspektion und warten auf Wind nach Bagenkop – Wind, der in Richtung und Stärke passen sollte.
Am Montag, dem 8. Juni sollte es passen: Umlaufende Winde 2…3, später Ost 4, also starten! Bei leichtem SW kam ich mit Groß und Genua recht flott aus dem Fehmarn Sund, ließ LT Flügge zurück. Der Wind drehte langsam von SW nach NW und wurde dünner ich startete den Motor – und da kam auch der versprochene Ost! Und wie – von fast Nullwind blies es plötzlich mit 6 Windstärken! Sofort baute sich eine grobe Welle auf. Das Schiff kränkte, die Leefußreling zog durchs Wasser, Spritzwasser lief mir in den Kragen, immer wieder wurde die ATZE in Böen vom Kurs gebracht. Mit viel Mühe konnte ich das Vorsegel verkleinern. Wir machten rauschende Fahrt, surften. In zwei Stunden liefen wir 14 nm, der neue, kluge GPS zeigte als max.speed 10,1 knts an! Dann wurde es etwas moderater, wir kamen in Lee von Langeland. Das Segelbergen und Anlegen im Hafen waren kein Problem. Der Skipper genehmigte sich einen Sherry – für einen älteren Einhandsegler war es ein echt herber Ritt…
Am nächsten Tag segelte ich nach Marstal auf Aerö, Traumsegeln bei 4 Windstärken! Das Wetter bleibt angekündigt schlecht mit Starkwind und Regen. Ich werde das Seefahrts-Museum besuchen, in der Städt. Bücherei ins Internet gehen und meine Socken waschen.
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Mag der Sommer 2009 die Segler nicht?
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22. Juni 2009
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Marstal - es kachelte vier Tage aus West! Der Windmesser meines Nachbarn zeigte konstant 6 bft an, in Böen auch mal über 9! Die ATZE tanzte, aber die Leinen hielten. Ich nutzte die Tage, bin viel gelaufen, war im Söfart-Museum und machte eine Inselrundfahrt mit dem Ärö-Bus. Dann war das Sturmtief durch, ich wollte nach Söby. Ein leichter SW schob mich durch das schmale Mörkediep. Aber dann dreht der Wind auf NW und wurde immer dünner - ich motorte in den Handelshafen von Ärösköbing. Diese Stadt ist zum Verlieben, ein bewohntes Museum. Es wehte weiter hart aus NW, ich schminkte mir Söby und Faaborg ab, nahm Kurs auf Svendborg. Über den Belt beutelte uns eine grobe Welle, aber dann im malerischen Svendborg Sund traumhaftes Segeln. Ich freute mich, dass uns eine Bavaria 34 nicht einholte.
Der Hafen von Svendborg ist teuer, die Be- und Abrechnung für Liegegeld, Sanitärbenutzung, Bordstrom und Wasser läuft über ein kompliziertes Automaten-System. Ein frustrierter Schwabe: "Da muscht du ein Informatikstudium habe – dös las i mei Frau mache!" (Ich weiß nicht, ob sie ein entsprechendes Studium hatte, aber sie war wohl pfiffiger.) Und abends dann der Schock: Meine Nationale war weg! Flaggenstock und Tuch müssen bei dem Gehacke im Belt über Bord gegangen sein! Im dänischen Kramladen konnte ich eine deutsche Gastflage kaufen, die fahre ich jetzt am Achterstag. Weiter ging es nach Lundeborg, hier freute ich mich über das Wiedersehen mit der Hafenmeisterin Dorthe Clausen. Sie hatte mich vor ein paar Jahren, als ich eine böse Wundinfektion am Fuß hatte, zum Arzt gefahren. Jetzt nach Kerteminde! Bei halben Wind Traumsegeln Richtung Beltbrücke. Vor der Brücke immer die Spannung, ob der Mast oben am Beton kratzt – natürlich kratzt er nicht, aber… Hinter der Brücke wurde es plötzlich dunkel, es donnerte und Hagelkörner prasselten auf Schiff und Skipper. Und der Wind drehte von W auf NW – genau gegen an! Motoren? Nix, es wird gekreuzt! In einer blitzsauberen Kreuz brauchte ich fast vier Stunden bis zum Hafen, aus der Distanz von knapp 10 Meilen wurden 14. Aber etwas stolz war ich doch – die anderen Schiffe sind unter Motor nach Kerteminde gelaufen. Dabei hatten wir auf der ATZE das deutlich höchste Durchschnittsalter!
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Sonne in Lohals
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29. Juni 2009
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Hafentage in Kerteminde: Da ist Leben in der Stadt und auf den Stegen. Im Hafen kommen Schiffe an, andere binden ab. Man trifft alte Bekannte, lernt andere Segler kennen. Ich radle durch die Umgebung, laufe durch die winkligen Gassen der Stadt. Und ich freue mich – das Wetter wird besser! Die Sonne scheint immer öfters, und der Wind wird moderater – weht aber konstant aus Nord. Samsö wäre ein harter Törn! Also plane ich um, segele durch die gewaltige Beltbrücke nach Osten, nach Korsör.
Von dort am nächsten Tag weiter zur Insel Agersö. Der NO hat während des Törns nach und nach zugelegt. Vor der Einfahrt zum Inselhafen mache ich das Schiff zum Einlaufen bereit - und da springt der Motor nicht an! Erst mit Vollgas läuft er einigermaßen rund. Oh weh! Also mit fullspeed der Fähre ausweichen und durch die enge Einfahrt in den Hafen. Am Längststeg ist Platz - aber ich bin zu schnell, viel zu schnell! Um zu stoppen, versuche ich den Rückwärtsgang einzulegen – der Yanmar hört auf zu drehen! Auf dem Steg ein dänisches Ehepaar, sie erkennen meine Lage, können den Bugkorb greifen, eine Leine belegen, bringen die ATZE zum Stehen – wenige Meter vor ihrem Schiff! Das war eng! "Das sind 13 m/s", sagt der Däne – also 6 Windstärken! Ich brauchte einen Cherry! Und dann habe ich auch die Ursache des Desasters gefunden: Der Dekommpressions-Hebel hatte sich verhakt! Ganz simpel!
Nach zwei Tagen auf der lieblichen Insel Agersö ging es mit einem Traumtörn, moderater halber Wind und Sonnenschein, weiter nach Lohals. Und auch hier scheint die Sonne! Beeindruckend jetzt in der Mittsommerzeit sind die langen Tage, die kurzen Nächte – es wird gar nicht richtig dunkel. Das Bild von der Beltbrücke habe ich kurz vor Mitternacht aufgenommen!
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Und dann kam der Sommer ...
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10. Juli 2009
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Und es folgen wunderbare Sommertage – wolkenloser Himmel und leichte Winde. Dabei kommt mir der NW genau richtig. Nur mit dem Vorsegel, es soll nicht so schnell gehen, schlendere ich von Lohals in die Bucht Thurö Bund zum Ankern. Traumhafte Ruhe hier, nur Vogelgezwitscher. Plötzlich sehe ich die Rückenflosse eines Schweinswales! Und dann bekomme ich Besuch von einer Schwanenfamilie – zwischen den hochgezogenen Flügeln der Schwanenmutter zwei Küken. Sie piepen aufgeregt, Mutters Tempo ist ihnen wohl zu langsam. Nach einem Tag in Rudköbing segle ich nach Strynö, mache im Inselhafen fest. Strynö ist eine intakte Insel mit Köbman und Schule. Und man kann herrlich radeln! Dann nach Marstal – und hier reißt die Schönwetterperiode ab. Es wird grau und regnet. Hat der Hafenmeister doch recht, als er letztlich sagte: "Du bringst uns das schlechte Wetter!"? Im Juni war ich in Marstal, wie auch im Jahr davor, je eine Woche eingeweht!
Diesmal geht es nach einem Tag weiter – nach Fehmarn. Aber bald wird der Himmel drohend dunkel, es beginnt zu schütten, Blitze, Gewitterdonner. So ein Gewitter auf See ist ein besonderes Erlebnis – Naturgewalt pur! Und ein bisschen Blitzangst…. Ich laufe erstmal in das nahe Bagenkop ein. Am nächsten Tag dann geht es nach Burg auf Fehmarn – 38 nm, bei grober Welle hoch am Wind. Neun Stunden segeln - nach dem Festmachen war ich ziemlich platt.
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Leonie, Finja und Wismar
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23. Juli 2009
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Am 12. Juli zum Frühstück schlug Tochter Frauke mit den Enkelkindern Finja und Leonie in Fehmarn auf. Der Segelopa hatte Rührei vorbereitet. Nach dem Frühstück ging es ins Hai-Aquarium, ein Erlebnis!
Fast eine Woche waren wir dann zu viert bei gutem Wetter unterwegs, segelten nach Heiligenhafen und Orth. Panik, als Leonies Mütze in der Ostsee schwamm, Begeisterung und echte Hilfe beim An- und Ablegen – viel zu schnell verflogen die Tage. Zum Abschied regnete es, der Himmel weinte …
Nach Sturmtagen war das von mir geliebte Wismar das Ziel. W bis SW um 5 waren angesagt. Mit Mühe konnte ich die 180° zur Ansteuerungstonne OFFENER TIEF halten. Die grobe Welle vom Sturmtag zuvor bremste die ATZE. Aber dann wurde die Welle moderater, der Wind ging etwas nach W – es wurde Traumsegeln! Nach der Ansteuerungstonne ging es in die Wismarbucht. Hier muss man sauber navigieren, da gibt es die Untiefen Hannibal (große Steine) und Schweinsköthel, an Backbord lässt man die Insel Walfisch. Und mein Trick klappte auch diesmal wieder: Ich hatte festes Regenzeug angezogen – den ganzen Törn schien die Sonne!
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Bis Neustadt ...
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11. August 2009
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In Wismar wieder erlebnisreiche Tage: Ausstellungen, Stadtführung, ausgedehnte Stadtwanderungen, Besuch im Brauhaus…
Von Wismar ging es über Timmendorf auf Poel (Liegegelde 9,52 €) zurück nach Fehmarn. Am 2. August schlug dort Irmi auf, im Schlepptau Freundin Heike mit den Zwillingen Pauline und Antonia. Auf der Überführungsfahrt nach Heiligenhafen, dort hatten die drei einen Urlaub gebucht, erwarben die jungen Damen mit Erfolg ihr Steuermanns-Patent. Mit der Bayerncrew kam auch das schöne Sommerwetter, das Irmi und mich nach Grömitz begleitete. Grömitz ist nicht so mein Fall, in der Marina viele große Segelschiffe und Riesenmotoryachten – meist abgedeckt und ohne Crew. Eben ein Bootsparkplatz. Aber die ganze Anlage ist extrem gut gepflegt, die Uferpromenade nur vom Feinsten, polierter Granit und Nirosta. Wir verholten nach Neustadt in den idyllischen Rundhafen des NSV.
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Weiter in der Lübecker Bucht
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25. August 2009
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Ja, dieser Hafen in Neustadt ist wirklich reizvoll. Und wir hatten herrliches Sommerwetter, konnten den vereinseigenen Badestrand nutzen. Selbst der Skipper war für Minuten eine echte Wasserratte! Und wir besuchten das Studio 1 des NDR, hier werden die Innenaufnahmen der Serie KÜSTENWACHE abgedreht. Irmi mischte sich unter die Hauptdarsteller. Bei leichtem Wind bummelten wir nach Travemünde in den Passathafen. Und wir erwischten einen Superplatz – vom Steg dicht hinter dem Großsegler schauten wir auf das von Riesenfähren stark befahrene Fahrwasser der Trave. Echt erste Reihe! Über Timmendorf dann landeten wir in Wismar. Wir genossen nicht nur die Fischbrötchen, guckten und staunten, fuhren sogar mit dem Bus nach Schwerin zur Bundes-Gartenschau.
Irmis Urlaub neigte sich dem Ende zu, wir banden ab, starteten Richtung Fehmarn. Der West wehte mit 4…5, legte aber stetig zu. Die Welle wurde gröber, das Schiff schwer zu steuern. Erst verkleinerten wir die Genua, dann rollten wir sie ganz ein. Und landeten nach knapp sieben Stunden in Fehmarn.
Jetzt geht der August zu Ende, und ich habe noch 1000,- Dänische Kronen – also muß ich nochmals zu den Wikingern!
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Drei tolle Tage ...
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5. September 2009
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Und dann ging es mit einem lustvollen Halbwind-Törn zu den Wikingern, nach Gedser. Dort tolles Wetter, ich radle viel, besteig den Wasserturm. Nette Nachbarn liegen neben mir – beim Ablegen stellten wir fest, dass er und ich in Berlin nur wenige Straßen von einander aufgewachsen sind – allerdings ist er noch jünger als ich. Mit achterlichem Wind dann durch den Guldborg Sund bis Nyköbing. Hier ein paar Hafentage – Starkwind. Nyköbing ist eine lebendige Stadt, aber WLAN gibt es nur bei McDonalds.
Es folgen drei tolle Segeltage. Da lauf ich weiter durch den Sund bis Guldborg. Trotz des starken Windes in dem geschützten Gewässer ein genussvolles Dahingleiten, rundum Natur pur. Am nächsten Tag steht ein längerer Törn an, ich will zur Insel Omö. Kurz nach acht Uhr öffnet die Sundbrücke – die ATZE ist dabei. Ein strahlender Tag, Sonne satt. Und moderater Wind mit 3 bis 4 Windstärken aus Süd, fast achterlich - Traumsegeln! Omö, beim Anlegen hilft mir eine Motorsegler-Crew, die mir schon in Guldborg beim Ablegen geholfen hatte. Ich würde meine Sache als Einhandsegler gut machen, wird mir bescheinigt. Aber abends der See-Wetterbericht: Morgen SW 5, später 6, in den nächste Tagen zunehmend!!! Was nun? Einige Tage auf Omö festliegen? Ich gehe nach Lohals! Da stimmt das Umfeld: Bäcker, Supermarkt, Busanschluß, WLAN und im Gegensatz zu Omö ein moderates Hafengeld. Am nächsten Morgen weht es mit 5 aus SW. Mit der 2/3-Genua kann ich 280° laufen, überquere den Großschiffahrtsweg, erreiche die Höhe des Langeland-Sundes. Jetzt kommen Kreuzschläge. Es steht nach dem tagelangen SW eine grobe Welle, die Wenden sind mühsam, immer wieder kommt in den Böen Spritzwasser über, sickert mir in den Kragen. Aber die ATZE läuft unter dem gerefften Vorsegel prächtig! Irgendwann kommt der Hafen in Sicht und langsam immer näher. Dann kann ich das Segel einrollen und tuckere in das Hafenbecken. Ein Hamburger Ehepaar hilft mir beim Anlegen. Ich meine stolz, dass so eine Kreuz für einen älteren Herren schon etwas wäre. Da meinte der Segelkamerad: "Da fragt man sich, was der ältere Herr bei dem Wetter da draußen zu suchen hat."
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Eigentlich wollte ich ...
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16. September 2009
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… von Lohals nach sechs Hafentagen, so lange war Starkwind, in den Inselhafen von Strynö. Aber dann dümpel ich bei Nullwind vor Lundeborg rum. Also rein in den Fischereihafen. Und ich treffe die Hafenmeisterin Dorthe – wir freuen uns immer, wenn wir uns sehen. Finden, dass wir nicht älter werden. Am nächsten Tag auch Dünnwind aus Süd, also lange Kreuzschläge. Und der Wind wird zum Hauch, wir treiben – Motor starten! Aber nicht lange – ein frischer NO treibt uns vor sich her! An Stryno vorbei laufen wir durch bis nach Marstal. Hier will ich einen Hafentag einlegen. Aber am nächsten Morgen leert sich der Hafen dramatisch, plötzlich liegen nur noch zwei Schiffe außer der ATZE am langen Steg. Da fühle ich mich zu einsam, löse die Leinen, segle bei herrlichem Wind nach Maasholm. Hier treffe ich meine Freunde Helga, Rebecca und zweimal Hans. Und ich bekomme Besuch von Hockeyfreunden aus Flensburg – mit Wolfgang und Harro habe ich dort vor 50 Jahren in einer Mannschaft gespielt!
Und dann weiter nach Bagenkop auf Langeland. Es ist NW 4…5 angesagt. Nur mit der Genua laufe ich 6 knts, in der groben Welle ist das Schiff nur mühsam auf Kurs zu halten, ich reffe das Segel. Und der Wind legt weiter zu, wird vom Starkwind zum Sturm, kommt spitzer, die Wellen werden höher und steiler – Kampf! Nach gut fünf Stunden und 30 nm tuckere ich in den Hafen. Segelfreunde helfen beim Anlegen. Bin ziemlich platt und naß bis auf die Haut. Völlig vertüdelt ist meine Genuaschot, und dann holt sich der Wind auch noch eine zum Trocknen aufgehängten Socke von der Reling!
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Und dann geht der Segelsommer 2009 zuende ...
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27. September 2009
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In Bagenkop bin ich erstmal zwei Tage gut zu mir, leih mir vom Hafenmeister ein Fahrrad, und trotz Gegenwind radele ich, wie fast jedes Jahr, die große Tour über Ristinge nach Humble, gut 45 km. In Humble genieße ich immer ein Eis, aber diesmal, es war ja kühler, will ich einen Hot Dog essen. Und wie sieht der aus? Ein Brötchen mit einer eingebackenen Röhre, darin fette Mayo und die Wurst. Hot Dog, wat ham se aus dir jemacht!
Von Bagenkop nach Hollyhabour – ein Traumtörn mit halbem Wind um 4 bft. Und dann schon der letzte Schlag nach Burgstaaken. Der Wind kommt von Ost. Nach der Sundbrücke kreuze ich mit langen Schlägen noch einmal weit raus bis zur Sund-Ansteuerungstonne. Es macht einfach Spaß!
Festmachen in Burgstaaken, und beim letzten Anlegen der Saison verbiege ich noch den Flaggenstock vom Nachbarschiff – dumm gelaufen!
In Burgstaaken bekomme ich Besuch von Harald aus Ratzeburg und Sandra, Finnja und Lars aus dem Frankenland. Und dann bin ich Gast bei Helga und Horst – Goldene Hochzeit! Horst kenne ich seit 59 Jahren!
Ja, und dann wird ausgeräumt und die ATZE unter den Kran gesteuert – der Segelsommer 2009 ist zu ende. Es war eine wunderbare Zeit! Da gab es Sturm und Hagel, Törns mit Sonne und leichter Backstagsbrise, erlebnisreiche Hafentage, traumhafte Ankernächte – ich habe jede Stunde genossen! 124 unvergessliche Tage.
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